09.02.2010  13:57 Uhr

Verliererbranchen steigen
Europäische Aktien am Mittag erholt

Frankfurt. Die Kurse der großen europäischen Aktien liegen am Dienstagmittag auf Erholungskurs. Der Dow-Jones-Euro-Stoxx-50 gewinnt gegen 11.40 Uhr 0,3% bzw 7 auf 2.671 Punkte, und der Stoxx-50 legt um 0,2% bzw 4 auf 2.402 Punkte zu. Händler sprechen von einem Stabilisierungsversuch nach dem Rückschlag der vergangenen Wochen. "Der Markt ist aber weiter volatil und angeschlagen, und das nicht nur charttechnisch", sagt ein Marktteilnehmer. Erst eine Rückkehr über die 200-Tage-Linie bei 2.702 Punkte wäre ein Entspannungssignal. Die Marktteilnehmer suchten unverändert nach Orientierung. Etwas gestützt werde die Stimmung von der Erholung des Euro, der sich über 1,37 USD einnistet.

Griechische Bankentitel stark erholt - UBS leicht im Minus

Auf Erholungskurs liegen so auch vor allem die Branchen, die in den vergangenen Wochen besonders stark verloren hatten. Der Banken-Index im Stoxx steigt um 2,2%, der Rohstoff-Index um 1,5% und der Automobil-Index um 1%. Automobilaktien hatten seit Beginn der Abwärtsbewegung vor drei Wochen im Schnitt 13% verloren, Banken 17% und Basic Materials 11%. Händler bewerten die Kursgewinne der Sektoren Automobil, Banken und Rohstoffproduktion so auch als Gegenbewegung und noch nicht als Trendwende. Die Erholung stehe "fundamental auf ganz wackeligen Füßen, denn neu aufkommende Sorgen um Griechenland & Co oder die Konjunkturerholung können sofort wieder eine Verkaufslawine bei risikoreichen Investments auslösen", so ein Händler.

Auch griechische Bankentitel legen stark zu. Alpha Bank gewinnen 7,2% und EFG gut 5%, auch andere Branchentitel ziehen an. "Die Frage ist, wie nachhaltig der Anstieg ist", so ein Händler. Die CDS-Spreads als Indiz für die Kreditausfallwahrscheinlichkeit kommen nur leicht zurück. Bei den großen Banken legen RBS, BNP Paribas und Credit Suisse um etwa 4% zu. UBS fallen dagegen um 1,1% auf 14,00 CHF. Der Gewinn im vierten Quartal hat zwar die Erwartungen übertroffen, das Haus spricht aber auch von Kapitalabflüssen.

Renault ziehen an

Renault ziehen um 2,8% auf 33,55 EUR an. Sie profitieren von einem optimistischeren Ausblick ihres japanischen Partners Nissan. Nissan hat für das bis März laufende Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 35 Mrd JPY in Aussicht gestellt. Zuvor lautete die Prognose auf einen Verlust von 40 Mrd JPY. "Vor allem das Geschäft in China hat sich besser als erwartet entwickelt. Das sorgt für die freundliche Tendenz in der Automobilbranche", sagt ein Händler.

Luxusgüter-Aktien gefragt

Swatch legen nach neuen Geschäftszahlen um 5,5% auf 283,40 CHF zu. "Das Geschäft im vierten Quartal ist gut gelaufen, und dieser Trend hat sich offensichtlich auch im neuen Jahr fortgesetzt", sagt ein Händler. Operativ und auf EBIT-Basis lägen die Margen über den Konsensschätzungen. Vor allem das Uhrengeschäft sei gut gelaufen. Das stützt auch die Aktien von Richemont, die um 2,5% steigen, und die Aktien von LVMH, die um 1,4% zulegen. Bei den Einzelhandels-Aktien profitieren Carrefour mit einem Plus von 1,4% von einer Kaufempfehlung durch Morgan Stanley.

   DJG/hru/reh 
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(Redaktion)

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