01.08.2006  20:46 Uhr

Business oder Low Cost Class

Köln. Seit vier Jahren kontrolliert Michael Garvens die Geschicke des Flughafen Köln/Bonns (CGN). Er könnte als "Das Wunder von Wahn"- so die "Zeit" - in die Geschichte eingehen. Aber noch schreibt er nicht Geschichte sondern erfolgreiche Airport-Strategie. Business-On.de fragte Michael Garvens, welche Vorteile der Köln/Bonner Flughafen dem Jetset auf Geschäftsreisen bietet.

Auch Manager lieben CGN

Der gebürtige Hamburger, Michael Garvens, übernahm 2002 zusammen mit Wolfgang Klapdor das Kommando im Flughafen Köln/Bonn. Seitdem reißen die Erfolgsmeldungen nicht mehr ab. Aus einem Regionalflughafen, der kurz vor der Insolvenz stand, wurde die größte Drehscheibe für Low-Cost-Carrier in Kontinentaleuropa. Der Airport punktet inzwischen mit den am schnellsten wachsenden Passagierzahlen. Beim Frachtaufkommen mauserte sich der Flughafen zum Zweitgrößten in Deutschland.

Bekanntlicherweise hat der Erfolg viele Väter und das heißt Neider und Gönner gleichermaßen. Michael Garvens ficht das nicht an. Im Gegenteil, Kritik ist für ihn Ansporn, an seinen Visionen weiterhin fest zu halten. Der Shooting-Star ist seit 2003 Vorsitzender der Geschäftsführung. Seine Kompetenz bringt er in den Bereichen Marketing, Controlling und Personal ein. Neben Low-Cost und Luftfracht sind es die Geschäftsreisenden, die für ihn eine ebenso wichtige Zielgruppe darstellen. Hier seine Antworten auf die Fragen von business-on.de

business-on.de: Herr Garvens, im Juni 2006 meldet der Airport einen neuen Monatsrekord bei den Passagierzahlen. Das Ziel sind 10 Mio Passagiere für dieses Jahr. Welchen Anteil werden Geschäftsreisende haben?

Michael Garvens: Geschäftsreisende machen über das Jahr gesehen einen Anteil von etwa einem Drittel aus. Dabei ist die Zahl im Winter deutlich höher als im Sommer, weil zu dieser Zeit überwiegend Urlauber reisen.

business-on.de: Wohin fliegen Manager am häufigsten vom Köln/Bonner Flughafen aus? Was nutzen sie mehr, Billig- oder Linienflug? Wo kann der Köln/Bonner Airport punkten, beispielweise bei Lang- oder Kurzstreckenflügen?

Michael Garvens: Die Akzeptanz der Business-Reisenden für Low Cost Carrier war von Anfang an sehr hoch. Manager fliegen in Deutschland vor allem zu den Zielen Hamburg, München und Berlin. In Europa sind die begehrtesten Städte Paris, Zürich, London und Wien. Bei diesen Destinationen liegt der Anteil der Geschäftsreisenden bei mehr als 50 %. Insgesamt gesehen nutzen Manager zu zwei Dritteln Linienflüge und zu einem Drittel Low Cost Carrier.

Köln/Bonn punktet insbesondere in der Vielzahl seiner Ziele. Die meisten der rund 140 Destinationen liegen in Europa. Darunter sind 18 Städte, die sonst von keinem Flughafen in NRW angeflogen werden, wie z.B. Palermo, Liverpool oder Bratislava.

Außerdem werden die Langstrecken und Mittelstreckenverbindungen ausgebaut. New York, das seit Mai dieses Jahres im Programm ist, läuft hervorragend. Rio de Janeiro folgt im Oktober. Hong Kong ist für das kommende Frühjahr eingeplant. Bei den Mittelsteckenverbindungen werden Tel Aviv in Israel sowie Nador in Marokko seit Ende Juni angeflogen.

business-on.de: Marktführer im Low-Cost-Segment und zweitgrößter Frachtflughafen – das sind die beiden größten Erfolgsposten. Gibt es auch im Business-Bereich noch Wachstums-Potenzial oder –Ziele? Wer kann oder will an der Wachstums-Schraube drehen?

Michael Garvens: Köln-Bonn-Airport ist sehr an Geschäftsreisenden interessiert. Daher sollen die Flugfrequenzen auf beliebten Business-Strecken künftig erhöht werden, so wie es beispielsweise Germanwings kürzlich bereits angekündigt hat.

business-on.de: Der Geschäftsmann, der mit Auto anreist, hat u.U. lange Fußwege durch Wind und Wetter zurückzulegen, bis er in die Abflugshalle ankommt. Geht es auch komfortabler?

Michael Garvens: Im Gegenteil, der Geschäftsmann hat am Köln-Bonn-Airport sehr kurze Fußwege. Die Parkhäuser 1 und 2 mit mehr als 7.000 Parkplätzen sind in unmittelbarer Nähe zu den Terminals 1 und 2. Sie sind überdacht, so dass der Reisende nur die Straße überqueren muss. Ferner sind die Parkpreise am Köln-Bonn-Airport so günstig wie in keinem anderen deutschen Flughafen mit internationalen Zielen.

Auch die Bahnanbindung ist ausgezeichnet. Während der Reisende z.B. in Frankfurt oder Düsseldorf zwischen 20 und 30 Minuten unterwegs ist, benötigt er in Köln-Bonn nur 99 Schritte bis zum Check-in-Bereich im Terminal 2.

business-on.de: Was bietet der Flughafen darüber hinaus an Dienstleistungen für Geschäftsleute?

Michael Garvens: Wir bieten ein umfangreiches Shopping- und Gastro-Angebot, bei dem wir sehr markenorientiert sind. Vor kurzem haben wir ein hochmodernes Konferenzzentrum mit Räumen zwischen 20 und 310 Quadratmetern Größe eröffnet. Selbstverständlich bieten wir in unseren Terminals auch den Internetzugang über W-Lan an.

business-on.de: Wo geht es im Urlaub hin?

Michael Garvens: Nach Sylt.

business-on.de: Was brauchen Sie zur Entspannung im Urlaub?

Michael Garvens: Meine Familie sowie meine Golfschläger und eine gute Flasche Rotwein im Gepäck.

Vielen Dank, Herr Garvens, für das Interview.


 

(Karin Bäck)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Michael Garvens - Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens Köln Bonn



 


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