04.12.2009  09:11 Uhr

PR-Kolumne
Corporate Blogs – direkt und dialogorientiert kommunizieren

Köln. Zunächst überwiegend als private Internettagebücher genutzt, haben sich Blogs mittlerweile zu vielgelesenen und ernstzunehmenden Online-Medien entwickelt. Auch für Unternehmen ist diese schnelle, kostengünstige Kommunikationsform interessant, erlaubt sie es doch, direkt und dialogorientiert mit den jeweiligen Zielgruppen in Kontakt zu treten. Wie Sie Blogs effektiv einsetzen und erfolgreich betreiben, verrät dieser Beitrag.

Aus dem Web 2.0 sind Blogs nicht mehr wegzudenken. Ob Privatpersonen, Experten oder Unternehmen – immer mehr Blogger nutzen die Öffentlichkeit des Internet um sich auszutauschen, Meinungen kund zu tun oder fachliche Inhalte zu publizieren.
Welchen Nutzen das für Ihr Unternehmen haben kann? Eine ganze Menge: Über die Informationen auf Ihrer Website hinaus bietet ein Blog die Möglichkeit, Fachwissen zu präsentieren, Zielgruppen einen direkten Austausch anzubieten und somit die Kundenbindung zu erhöhen sowie wertvolle Erkenntnisse über deren Bedürfnisse zu gewinnen. Sie können neue Zielgruppen erreichen, Einblicke in die Unternehmenskultur und -philosophie gewähren und Ihrem Unternehmen ein „Gesicht“ geben. Sind die Beiträge gut und viel zitiert, erhöhen Sie gleichzeitig das Suchmaschinen-Ranking des Blogs – und werden im Web sichtbarer.

Regelmäßig Qualität liefern

Mit ein paar Zeilen in unregelmäßigen Abständen lassen sich solche Effekte natürlich nicht erzielen. Ganz im Gegenteil: Fehlende Qualität und Aktualität hinterlassen einen unprofessionellen Eindruck und können Ihrem Image nachhaltig schaden. Damit das Blog für die Leser interessant bleibt, ist regelmäßiger Content unerlässlich. Blog-Beiträge sollten also mindestens einmal pro Woche, besser häufiger erscheinen. Eine ausgewogene Themenauswahl ist ein weiteres Kriterium für den Erfolg des Blogs.

Überlegen Sie also vorab genau, ob ausreichend Themen vorhanden sind und sie regelmäßige Beiträge gewährleisten können. Wenn nicht, sollten Sie lieber auf ein Blog verzichten, oder die Hilfe einer auf Online-PR spezialisierten Agentur in Anspruch nehmen. Diese kann Ihnen bei der Konzeption, Umsetzung und laufenden Redaktion.

Bunter Mix mit Nutzwert

Thematisch lässt sich in einem Unternehmensblog prinzipiell alles unterbringen, was mit Ihrem Unternehmen, Ihren Produkten und dem jeweiligen Markt zusammen hängt. Je nach Unternehmens-Typ können sich aber auch persönlichere Themen eignen, wie der Bericht über ein tolles Event, das am Wochenende besucht wurde oder das neue Lieblingsvideo eines Mitarbeiters auf Youtube. Doch so sympathisch es auch ist, ein Unternehmen „menschlich“ zu präsentieren, können Sie damit schnell genau so viel verlieren, wie gewinnen. Hier gilt es, Fingerspitzengefühl zu beweisen. Falls mehrere Autoren im Blog veröffentlichen, bietet sich das Festlegen von Richtlinien an. So stellen Sie sicher, dass sich Sprache und Inhalt im gewünschten Rahmen bewegen. Doch egal, wie weit Sie den möglichen Themenkreis ziehen: Der Nutzen für die Leser sollte stets im Vordergrund stehen. Dieser kann sich in Unterhaltung, Erkenntnis-Gewinn, detaillierten Produktinformationen oder Service/Hilfestellung äußern und ist die beste Voraussetzung für viele und regelmäßige Leser.

Unter Bloggern ist es zudem üblich, auf besonders interessante, relevante oder originelle Beiträge anderer zu verweisen. Behalten Sie also auch immer themenverwandte Blogs im Blick, verlinken Sie auf deren Beiträge und hinterlassen Sie Kommentare. Je stärker Sie Ihr Blog verlinken, desto stärker sind Sie in die Blogosphere eingebunden. Sie erhöhen damit sowohl die Zahl Ihrer Leser, als auch die anderer Blogger, die Bezug auf Ihre Beiträge nehmen.

Überblick schaffen

Blog-Beiträge erscheinen chronologisch. Der Neueste steht ganz vorne, alle andere rücken nach hinten durch. Damit Ihre Leser auch ältere Beiträge finden, ist eine sinnvolle Verschlagwortung ebenso wichtig wie das Einordnen in verschiedene thematische Kategorien, die Sie vorgeben können. Attraktiver werden die Beiträge durch passende Bilder.

Dialog und Transparenz

Das große angstbesetzte Thema in Bezug auf die Kommunikation im Web 2.0, nämlich die Nicht-Kontrollierbarkeit, ist auch bei den Blogs relevant. Die obligatorische Kommentarfunktion ermöglicht es jedem Leser, seine persönliche Meinung abzugeben – und die ist naturgemäß nicht immer nur positiv. Darauf sollten Sie eingestellt sein und angemessen reagieren, nämlich transparent, offen und konstruktiv. Das Löschen unangenehmer Bemerkungen ist lediglich bei nachweislich übler Nachrede, Beleidigungen, Rufmord und Ähnlichem angebracht. Ansonsten ist entweder die sachliche Entkräftung der Kritik oder ein freundliches Dankeschön mit dem Hinweis auf die zukünftige Änderung der bemängelten Umstände empfehlenswert.

Machen Sie jeden Autor klar identifizierbar und stellen Sie ihn in einem kurzen Vorstellungstext (gerne auch mit Bild) vor. Diese Personalisierung macht die Beiträge glaubwürdiger und authentischer. Ihr Unternehmen bekommt ein Gesicht und das schafft Nähe zur Zielgruppe.

Wenn Sie es zudem noch schaffen, Ihre Leser einzubeziehen, indem Sie beispielsweise um deren Meinung zur geplanten Produktreihe oder Verbesserungsvorschläge für den Service bitten, schaffen Sie nicht nur eine enge Identifikation mit Ihrem Unternehmen, sondern erhalten unter Umständen auch noch wertvolle Erkenntnisse zur Optimierung Ihrer Leistungen.

Vorschau: Ob geschäftliche Kommunikation, Mailings oder Newsletter: E-Mails bestimmen den Berufsalltag. Und gerade weil sie zu einem der am häufigsten genutzten Kommunikationsmittel geworden sind, ist das Einhalten von Standards, etwa die Rechtschreibung und Höflichkeit betreffen, wichtig und gewünscht. Die häufigsten Fehler, wie sie vermieden werden können und worauf darüber hinaus zu achten ist, verrät der kommende Beitrag: Kunden-Kommunikation via E-Mail.


 

(Katrin van Herck)



 


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