High-Tech Gründerfonds
Eisbrecher für Seedfinanzierung - Interview mit Dr. Michael Brandkamp
Köln. Kommunikation unter gleichgesinnten Atavaren, embedded Software im Auto, Flugzeug oder Haushalt, Multiplayer-Games auf dem Handy, Energie aus Algenbiomasse, Medikamente zur Behandlung von Multipler Sklerose – dies und mehr stammt aus Deutschlands High Tech Start ups. Damit junge Unternehmen innovative Produkte bis zur Marktreife entwickeln können, greift der High-Tech Gründerfonds mit Venture Capital unter die Arme.
Der High-Tech Gründerfonds, HTGF, wurde vor genau zwei Jahren gegründet. Das Ziel war, die Entwicklung innovativer, chancenreicher Technologien mit Startkapital zu unterstützen und damit quasi einen Boden zu schaffen, auf der Saat gedeihen kann. Für eine Seedfinanzierung, d.h. Unterstützung von High Tech-Projekten in einer sehr frühen Entwicklungsphase, gibt es so gut wie keine privaten Investoren. Diese Lücke will der HTGF schließen. Neben Risikokapital sorgt der Fonds für die notwendige Betreuung und Unterstützung des Gründer-Managements. Die Investoren des Fonds sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie die KfW-Bankengruppe und die Industrieunternehmen BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Daimler Chrysler, Bosch und Zeiss. Der HTGF hat seinen Sitz in Bonn-Bad Godesberg im Neubau der Forschungseinrichtung caesar. Hauptgeschäftsführer ist Dr. Michael Brandkamp, sein Stellvertreter Dr. Alexander von Frankenberg. Das Unternehmen beschäftigt 18 Mitarbeiter.
Bis heute wurde in 71 Neugründungen investiert. Die meisten Zusagen wurden bisher auf dem Softwaresektor erteilt. Internet und Web 2.0, sowie embedded und mobile Systemsoftware sind die Spitzenreiter. Etwa gleich stark waren die Abschlüsse mit Unternehmen der Biotechnologie und der diversen Technologiefelder der Medizin/Pharmazie. Die Anfragen seitens der Neugründer ist seit Start des HTGF um mehr als das Dreifache gestiegen. In den Genuss einer Seedfinanzierung kamen in diesem Zeitraum allerdings nur etwa 20 Prozent. Ist die Initiative des HTGF ausreichend?business-on.de fragte den Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Brandkamp.
HTGF war der erforderliche Eisbrecher
business-on.de: Seit dem Börsencrash am Neuen Markt fließt weniger Venture Capital in die Seed-Finanzierung von Start-ups. Kann der HTGF die Lücke schließen oder sind aus Ihrer Sicht weitere Initiativen seitens Staat/Industrie erforderlich, um innovative Technologien in Deutschland zu ermöglichen bzw. zu halten?
Dr. Michael Brandkamp: Wir glauben, dass der HTGF die Funktion eines Eisbrechers übernommen hat, in dessen Fahrrinne nun auch private Investoren folgen. Die Zahlen, auch vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, bestätigen uns, dass Business Angels und Venture Capitals wieder mehr in die Seedphase investieren.
business-on.de: Die Industrie ist bisher nur zu einem geringen Prozentsatz am Gründerfonds beteiligt. Sind Sie weiter auf der Suche nach Investoren?
Dr. Michael Brandkamp: Wir sind ja froh, dass wir die Industrie überhaupt für den Fonds gewinnen konnten. Denn Sie haben uns nicht nur Geld gegeben, sondern auch am Konzept mitgearbeitet und ihre Netzwerke unseren Gründerfirmen zur Verfügung gestellt. Für uns ist der Fonds zunächst einmal geschlossen. Bei einer zweiten Initiative würden wir auf weitere Industrieunternehmen und Privatinvestoren zugehen.
business-on.de: Müssen Initiativen wie die der HTGF eigentlich immer vom Staat ausgehen?
Dr. Michael Brandkamp: Generell ist es so, dass Förderprogramme bisher überwiegend von der öffentlichen Hand gemacht worden sind und Private sich nicht engagiert haben. Das Public Private Partnership, d.h. der HTGF, ist aus unserer Sicht ein großer Fortschritt gegenüber dem, was wir bisher gesehen haben.
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Eine super gute Info, in der heutigen sehr schweren BRD-Finanz-
lage!
Weiter so, beste Grüße
Alfred von Frankenberg
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