06.04.2011  16:42 Uhr

Interview
Erfahrene Aufsichtsrätin plädiert für flexible Frauenquote

Köln-Bonn. Sie war und ist in diversen Aufsichtsräten seit mehr als 15 Jahren tätig und plädiert auch deswegen für eine Frauenquote in den Kontrollgremien börsennotierter Unternehmen. "Die Quote ist wichtig als Impulsgeber, um die veränderte Kultur bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrates zügig im Unternehmen zu implementieren", erklärt Jella Susanne Benner-Heinacher im Interview mit Career-Women.

Benner-Heinacher, Rechtsanwältin, ist Geschäftsführerin bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW). Die DSW wurde 1947 für private Anleger gegründet. Mit rund 25.000 Mitgliedern gilt sie heute als einflussreicher Interessenvertreter auf der politischen Ebene als auch gegenüber den Aktiengesellschaften und den Banken. Zahlreiche Gesetze tragen die Handschrift der DSW. Im Rahmen des Corporate Governance Kodex hat sich die DSW für einen verstärkten Aktionärsschutz in Deutschland eingesetzt.

Career-Women.org: Frau Benner-Heinacher, warum befürworten Sie die Forderung einer Frauenquote für Aufsichtsräte?

Jella Susanne Benner-Heinacher: Während es auf der Management- und Vorstandsebene extrem schwierig scheint, mit einer Quote zu arbeiten, da weiblicher Nachwuchs für diese Ebenen unter Umständen noch Jahre bis zum Aufstieg benötigt, ist im Aufsichtsrat ein zügiger Wandel über die Wahl in den Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung relativ kurzfristig umzusetzen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Quote als Impulsgeber, um die veränderte Kultur bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrates zügig im Unternehmen zu implementieren. Allerdings sollte bei der Quote für den Aufsichtsrat der Anteil der Frauen im Unternehmen als Messlatte heran gezogen werden.

Bei einer Neubesetzung des Aufsichtsrates sollte zudem vermieden werden, an die weiblichen Kandidaten höhere Anforderungen (z.B. weiblich und international) zu stellen als an ihre männlichen Pendants.

Das vollständige Interview lesen Sie auf career-women.org


 

(Karin Bäck)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © DSW



 


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