Karin Beier
Von Publikum und Medien gefeiert
Köln-Bonn. Im Kölner Kulturgeschehen ist Karin Beier die wichtigste Person, so der Kölner Kulturindex. Sie ist die erste Frau, die das Kölner Schauspielhaus als Intendantin führt. Und sie ist die meist gefeierte Theater-Regisseurin. Am 26. 09. startet die Powerfrau ihre dritte Kölner Spielzeit mit eigener Inszenierung von Shakespeares „König Lear“.
Seit Karin Beier, 43, am Ruder ist, hat es das Kölner Schauspielhaus wieder geschafft, zum Berliner Theatertreffen eingeladen zu werden, was in der Wertschätzung der Theaterlandschaft eine große Rolle spielt. In diesem Jahr wählten Kulturkritiker, befragt vom Magazin "theater pur", das Kölner Schauspielhaus zum besten Sprechtheater in NRW. Die Zahl der Auszeichnungen, die das Theaterhaus seit Karin Beiers Antritt als Intendantin und Regisseurin verbuchen kann, ist beachtlich. Sie hat das Kölner Schauspielhaus wieder in die erste Riege deutschsprachiger Bühnen geführt, so die einhellige Meinung.
Ihr Berufswunsch, Theater-Regisseurin, steht bereits in der Abiturzeitung. Sie beginnt zunächst ein Studium der Anglistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Philosophischen Fakultät in Köln. Fast zeitgleich gründet sie zusammen mit Elmar Goerden die englischsprachige Theatergruppe Countercheck Quarrelsome. Mit der international besetzten Truppe inszenierten sie insgesamt neun Stücke von William Shakespeare in Originalsprache. Die Aufführungen fanden in theaterfremden Orten wie Fabriken oder Messen statt. Das entsprach dem Zeitgeist. Die gebürtige Kölnerin bekommt in dieser Zeit mehrfach Angebote von TV-Anstalten. Nichts für sie. 1991 geht sie als Regieassistentin zum Düsseldorfer Schauspielhaus und hängt ihr Studium an den Nagel. "Für mich war einfach klar, als Regisseurin zu arbeiten und dafür braucht man dieses Studium nicht", erklärt sie. Sie ist überzeugt, dass es von großem Vorteil ist, so früh anzufangen. Man sei noch nicht so von Zweifeln geplagt. Diese "grüne Präpotenz" habe ihr geholfen, die Behauptung aufzustellen, dass sie inszenieren kann. "Die Zweifel über die eigenen Fähigkeiten setzen erst später ein, so Mitte zwanzig, und da hatte ich meine Feuertaufen schon hinter mir", erzählt Karin Beier. Nach Düsseldorf arbeitet sie als Regisseurin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Schauspielhaus Bochum, an den Münchner Kammerspielen, bei den Wormser Nibelungenfestspielen und am Wiener Burgtheater. Dazu kommen etliche Operninszenierungen. 2007 übernimmt sie die Leitung des Kölner Schauspielhauses. Köln hat damit erstmals eine Intendantin. Karin Beier ist verheiratet und Mutter einer fast dreijährigen Tochter.
Theatrale Deftigkeit der Klassiker
Die junge Regisseurin hat offensichtlich eine besondere Affinität zu Shakespeare und seinen Stücken. Rund 15 Shakespeare-Aufführungen inszenierte sie bisher und in der kommenden Spielzeit steht "König Lear" auf dem Programm. "Das Feuilleton hat mich auch immer als Shakespeare-Regisseurin wahrgenommen", erzählt Karin Beier. Dabei habe sie in den letzten acht Jahren kaum Shakespeare inszeniert. Aber sie bewundert die theatrale Deftigkeit seiner Stücke, die man in der krassen Form im Theater kaum mehr finde. Dieses zynische Wechselspiel zwischen filigraner Psychologie der Renaissance und mittelalterlicher Krudität fasziniert sie. Die Stücke hätten noch heute einen größeren Realitätsbezug als manches moderne Stück. Und sie hätten die Kraft für ein großes Haus. Moderne Stücke könne man besser auf kleinen Bühnen machen. "Das ist ein Grund, weshalb ich immer wieder bei Klassikern lande", verteidigt die Kölnerin ihre Vorliebe für Shakespeare & Co..
Aber Karin Beier produziert natürlich nicht nur Klassiker. In der Vergangenheit hat sie auch mehrere Uraufführungen ins Programm aufgenommen. Auch in der kommenden Spielsaison stehen sechs auf dem Spielplan, wovon sie ein Stück selbst inszeniert. Uraufführungen seien immer eine sehr riskante Geschichte, weil man die Katze im Sack kauft, so die Kölnerin. Es handelt sich dabei oft um Stücke, die noch nicht mal geschrieben sind, wenn sie angekündigt werden. Die Gefahr ist, dass dabei etwas heraus kommt, was qualitativ den Ansprüchen des Theaters nicht gerecht wird. Als Intendantin entscheidet Karin Beier, welche Dramaturgen/Regisseure am Schauspielhaus arbeiten. Sie verantwortet, welche Stücke aufgeführt werden und prägt damit den künstlerischen Anspruch des Hauses. Bisher hat sie offensichtlich alles richtig gemacht, denn 93 Prozent attestieren ihr laut Kölner Stadtanzeiger, einen wichtigen Beitrag für die Kölner Kultur zu leisten. "Ich kann sagen, dass das Haus hier sehr gut läuft. Ich weiß nicht, wie es ist, wenn man von außen beschossen wird", so Karin Beier.
Sechs Monate für Konzeption bis Aufführung
„Die Nibelungen“ von Friedrich Hebbel, Karin Beiers erste Regie als Intendantin in Köln, war ein großer Erfolg. Seitdem wird sie vom Publikum und den Medien gefeiert. Und wie entsteht so eine Aufführung? Am Anfang einer jeden Regie-Arbeit stehe die Konzeption zum Gesamtwerk. "Das heißt der Grundentwurf, wie man das ganze aufrollen und erzählen will", erläutert uns die Regisseurin. Als nächstes bereite sie einzelne Bilder vor. Die Sprache komme vom Autor, wobei zu entscheiden ist, mit welcher Übersetzung man arbeitet, beispielsweise eine aus dem 18. oder 21. Jahrhundert. "Bei Peer Gynt habe ich eine moderne, ungereimte Version mit einer gewissen sprachlichen Direktheit gewählt", so Karin Beier. In den Proben mische sich dann, was die Schauspieler sich vorstellen und was sie sich vorgestellt habe. Das werde dann von der Regieassistenz schriftlich festgehalten. Für die Konzeption der Nibelungen brauchte Karin Beier zwei bis drei Monate und die gleiche Zeit nochmals für die Proben. "So kleinere Stücke wie "Gottes Gemetzel" schüttel ich mir aus dem Ärmel. Aber ein Shakespeare- oder Hebbelstück, für das man den ganzen Kosmos erfinden muss, da braucht man als Regisseur richtig Zeit", erklärt sie.
Nicht alles, was Karin Beier macht, wird von der Fachpresse nur positiv dokumentiert. Bei Peer Gynt gab es neben viel Lob auch Tadel aus den Reihen der Theaterkritiker. Und wie kommt Karin Beier damit zurecht? "Als Intendantin ist das Feuilleton extrem wichtig für mich. Es ist ein wichtiges Sprachrohr bei der bundesweiten Darstellung unseres Theaters", so die Kölnerin. Als Regisseurin habe sie sich schon vor vielen Jahren abgewöhnt, schlechte Kritiken zu lesen. Damals habe es sie noch aus der Bahn geworfen. "Inzwischen ist es mir egal, ob meine Arbeit kritisiert oder gelobt wird. Ich habe ja nicht das Ziel, allen zu gefallen", sagt sie selbstsicher.
Business-on.de: Frau Beier, sie sind klein, zierlich und sehen sehr jung aus. Hatten Sie jemals Akzeptanzprobleme?
Karin Beier: Nein, überhaupt nicht. Auch die Tatsache, dass ich eine Frau bin, war nie ein Thema. Wichtig ist, dass man als inszenierender Regisseur akzeptiert wird und dass die eigene Arbeit im Haus gewertschätzt wird. Wenn beispielsweise bei meiner ersten Inszenierung in Köln alle die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätten, dann hätte ich ein Akzeptanzproblem als Intendantin gehabt. Die ersten Duftnoten sind sehr entscheidend. Nachdem die ersten zwei Jahre hier gut gelaufen sind und das Haus ein gutes Standing hat, würde man mir vielleicht jetzt einen Flop verzeihen.
Business-on.de: In der kommenden Spielsaison steht die Komödie "Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen" von Ettore Scola auf dem Plan. Es wird eine Uraufführung mit Karin Beier als Regisseurin. Der Titel ist gleichzeitig Motto für die gesamte Spielzeit. Lieben Sie das Hässliche bzw. Provokante?
Karin Beier: Unsere Welt oder Gesellschaft hat halt auch viele unschöne Seiten und die wollen wir nicht beschönigen. Wir wollen Diskussionen anstoßen. Unser Spielzeitmotto beruht auf dem Buch " Die Ausgeschlossenen" mit dem Untertitel "Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft" von Heinz Bude. Mit unserer Überschrift meinen wir inhaltlich das gleiche, aber unser Titel ist halt schnittiger und klingt auch unsentimentaler. Und das passt auch wieder mehr zu Köln. Es handelt sich ja nicht nur um "Sozialdreck". Die "High Society" hat schließlich auch schmutzige Westen.
Business-on.de: Zu Beginn Ihrer ersten Spielzeit in Köln sagten Sie in einem Interview der "K.West", dass Sie Ihre Pflichten als Mutter, Regisseurin und Intendantin nur mit eiserner Selbstdisziplin schaffen. Viel schlafen, kein Glas Bier, keine Zigarette. Hat sich das inzwischen geändert?
- Seite 1 / 2:
- Seite 2 / 2:
| weiterlesen |
Tags:- Regisseurin
- Karin Beier
- Theater
- Stücke
- Intendantin
- Jahre
- Aufführung
- Haus
- Köln
- Düsseldorfer Schauspielhaus
- Shakespeare
- Spielzeit
- Moment
- Kölnerin
- Programm
- Proben
- Macht
- Inszenierung
- Für
- Studium
- Talent
- K
Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Burgtheater Wien, Reinhard Werner
Zur Verantwortlichkeit eines faktischen Geschäftsführers einer GmbH
Strafrecht
Mit Wut und Mut gegen Gewalt
Dr. Monika Hauser
Lehre und Forschung mit jugendlichem Charme
Prof. Dr. Sylvia Heuchemer
Standort-Marketing mit rheinischer Aufgeschlossenheit
Dr. Sylvia Knecht
Zweifel am gewollten Rollenwandel
Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt
Das 21. Jahrhundert ist weiblich
Susanne Kleinhenz
Lehre und Forschung mit jugendlichem Charme
Prof. Dr. Sylvia Heuchemer
Mit Wut und Mut gegen Gewalt
Dr. Monika Hauser
- »
- »
- »
- »
- »
- »
- »
business-on.de verlost 5 x 2 Karten für den GmbH-Geschäftsführer-Tag in Köln (20. April 2010)
» Ihre Pressemeldung
Sie sind ein in der Region Köln-Bonn ansässiges Unternehmen oder haben Meldungen aus der Region? Wir freuen uns über Ihre Pressemeldungen.
Nehmen Sie uns gerne in Ihren Verteiler mit auf und schicken Sie Ihre Pressemitteilungen an uns: redaktion@business-on.de
» Ihre Eventfotos
Ob Messe, Seminar, Netzwerktreffen oder Tag der offenen Tür. Schicken Sie uns die Bilder Ihrer Veranstaltung. Wir veröffentlichen diese kostenlos auf koeln-bonn.business-on.de.
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf:
redaktion@business-on.de
» Ihr Video
Haben Sie ein Video von Ihrem Unternehmen, von Ihrem Stand auf einer Messe, ein Interview oder ähnliches? Dann senden Sie uns Ihr Video zu. Wir veröffentlichen es gerne auf koeln-bonn.business-on.de.
Weitere Informationen, z.B. zur Dateiübersendung:
redaktion@business-on.de
» Ihre Termine
Veröffentlichen Sie schnell und kostenlos Ihre Termine wie z.B. Tag der offenen Tür, Ausstellungen, Tagungen & Konferenzen, Vorträge, Jubiläen und vieles mehr auf koeln-bonn.business-on.de.
Klicken Sie einfach oben im Terminkalender auf "Neuen Termin eintragen" und füllen Sie die entsprechenden Felder aus:
» Terminkalender aufrufen
» Ihr Unternehmensportrait 
- Ausführliche redaktionelle Vorstellung Ihres Unternehmens auf dem Wirtschaftsportal Ihrer Region
- Fotos von Geschäftsführung, Vorstand, Produkten, Firmengebäude o. ä.
- Integration Ihres Firmenvideos, falls vorhanden
- Bereitstellung Ihrer Imagebroschüre/Produktbroschüre zum Download für interessierte Leser
- Veröffentlichung sämtlicher Kontaktdaten für Direktanfragen der Leser
- Veröffentlichung Ihrer Termine (Hausmessen, Tag der offenen Tür, Jubiläen)
- Verlinkung Ihrer Unternehmens-Website
Ihr Ansprechpartner für Fragen und Buchungen:
Dietmar Güss
Tel: +49 (0) 2263 / 92 90 56-0
» B2B Werbung
business-on.de ist das stark wachsende tagesaktuelle Online-Wirtschaftsmagazin der Region. Wir bieten Ihnen das ideale Umfeld für Ihre Werbung, wenn Sie gezielt und messbar
Unternehmer, Freiberufler, Selbstständige, Fach- und Führungskräfte und Interessenten in Ihrer Region ansprechen möchten.
Ihr Ansprechpartner für regionale Werbeanfragen:
Dietmar Güss
Tel: +49 (0) 2263 / 92 90 56-0
Fragen zu überregionaler Werbung beantwortet Ihnen unser Partner businessAD.
Unsere Mediadaten finden Sie hier.
» Kontakt aufnehmen
Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen oder vermissen Sie etwas? Gerne steht Ihnen unsere Redaktion telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung:
Tel: +49 (0) 2263 / 92 90 56-0
E-Mail: redaktion@business-on.de
» Kontaktformular
» Weitere business-on.de Portale
Aktuell finden Sie business-on.de in 12 Regionen in Deutschland: Köln/Bonn, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München, Mittelfranken, Niedersachsen-Ost, Ostwestfalen-Lippe, Rhein-Main, Ruhr, Südbaden, Stuttgart und Weser-Ems.
Laufend kommen weitere Standorte in Deutschland hinzu.
Die lokale Berichterstattung und Pflege der Portale erfolgt jeweils durch einen Partner vor Ort.
Ihre Ansprechpartner finden Sie unter dem Punkt "Impressum" der jeweiligen Region.
» business-on.de Partner werden
Wir sind ständig auf der Suche nach nützlichen Inhalten für unsere Leser, Medien- und Sponsorpartnerschaften und vielem mehr.
Außerdem suchen wir noch Lizenzpartner, die folgende Regionen wirtschaftlich selbständig betreuen:
- Aachen/Euregio
- Augsburg/Schwaben
- Mecklenburg-Vorpommern
- Nordhessen
- Rheinland-Pfalz
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
- Westfalen
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf:
redaktion@business-on.de
» Meldung kommentieren
Ihre Meinung ist gefragt! Deshalb bieten wir Ihnen unter jedem Artikel die Möglichkeit, Ihren Kommentar abzugeben und zu diskutieren.
» Immer Up2Date bleiben
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7
- urlaubsanspruch bei eu-rente und fristenD
ich bin seit juli 2008 unheilbar an einem gehirntumor erkrankt. seit dem war ich bis 05.o1.201#0...# - ergobag: Rucksack statt Ranzen
mir tun die kinder auch immer leid, wenn sie mit den großen ranzen am straßenrand zur schule gehen..teilweise... - Frauen werden in unserer Gesellschaft gepampert wie Kinder
Frauen leben heute im Schnitt sechs bis sieben Jahre länger als Männer.... - Wann muss ich neuen Arbeitgeber mittl., das ich in Kur fahr
Hallo, ich möchte bzw. muss meinen Arbeitgeber wechseln und habe bereits... - Tantramassage auch für Paare
habe ich letzte Woche erlebt und es war himmlisch. Vor kurzem hat der Focus noch über Ananda berichtet,...
- Produkt
politik - Marketing Mix
- Krankge
schrieben - Distribu
ti ons politik - Copy Strategie
- Ambush Marketing
- Betriebsrat hat Anspruch auf Internetzugang
- Urlaubs
anspruch trotz Krankheit? - Bilanzmo
der ni sie rungsgesetz - Eventmarketing
- Kulturmarketing
- Online-
Fundraising - Krise und Kommunikation
- Gleichbe
handlung bei Lohnerhöhungen - Online-
Marketing 2010 - Lieferan
ten steuerung in der Liquiditätslücke - Mit Social Networking beim Arbeitgeber punkten
- Bilanzmo
der ni sie rungsgesetz - Gewerbe
steuer ein sparungen nur für Großun ternehmen - Geringwertige Wirtschaftsgüter
- Kundenrück
ge winnung
Als Startseite





- Wirtschaft und Business der Region Köln und Bonn.