04.10.2007  09:29 Uhr

Kölner Gastronomie
Neue Genüsse im alten Hafen - Meisterkoch im Kap am Südkai im Rheinauhafen

Hamburg. Im innovativsten Veedel Kölns, dem Rheinauhafen, rückt eines der neuesten Restaurants der Domstadt immer mehr in den Fokus der Feinschmecker. Das Kap am Südkai, Finale des Hafens in Richtung Marienburg, beherbergt ein Gastro-Etablissement, das sich bescheiden Bistro - Bar- Lounge nennt, aber schnell in die (kleine) Oberklasse der Kölner Restaurants aufsteigen will.

Meist benötigt man mehrere Anläufe, bevor man sich auf das Abenteuer „Ausgehen im Rheinauhafen“ einlässt. Von der Rheinuferstraße sieht man kaum Verlockendes jenseits der Straßenbahn. Mal eben reinschauen und spontan bleiben ist auch nicht, weil das Auto zuerst in dem endlosen Tiefgaragen-Schlauch verstaut werden muss. Also ist der erste Besuch des rötlich beleuchteten Restaurants nur nach einem längeren Entschluss-Prozess angesagt. Mundpropaganda ist ein gutes Motiv zum Test der mund-wässernden Genüsse.

Die könnten z.B. beginnen mit köstlichen Ochsenschwanz-Steinpilzravioili mit Blattspinat und Madeira oder gebratenen und marinierten Meeresfrüchten mit Kartoffelbrioche und Avocado. Zum Hauptgericht gibt es die Wahl zwischen dem kross gebratenen Seewolffilet mit Steinpilzgraupen und Krustentierstick und dem St. Pierrefilet mit Sauerkrautravioli, Lauchstreifen und Schnittlauchfond oder dem rosa gebratenen Medaillons vom Hirschrücken mit zweierlei Spitzkraut und Quitten-Preisselbeer-Crêpes. Pärchen empfiehlt der Koch sein Kotelette vom irischen Weideochsen mit breiten Bohnen, Kartoffel-Thymianpüree und Rotweinschalotten. (Wir empfanden zwei Koteletts mit sicher tollen Belagen für 48 € wenig prickelnd und wählten lieber anderes a la Carte)

Kleine Karte – große Genüsse

Die Karte ist insgesamt ziemlich klein, aber es gibt noch eine Menu-Empfehlung, bei der man drei Gänge (ohne Fisch) für 35 €, vier Gänge für 43,50 € erhält.

Modern und ansprechend ist das Restaurant gestaltet, Copyright: Modern und ansprechend ist das Restaurant gestaltet
Modern und ansprechend ist das Restaurant gestaltet

Entsprechend der Lage zwischen den vielen Büros im Rheinauhafen, von denen viele inzwischen bezogen wurden, bietet das „Kap am Südkai“ eine Mittagskarte zu reduzierten Preisen mit einem Hauptgericht für 8,50 € und einem Dreigang-Menu für 16 €. Ergänz wird das Angebot durch schnelle Gerichte wie Penne mit Tomaten, Kapern und Oliven (9 €), Ruccola-Radicciosalat mit Parmesan (7 €) oder Verschiedene Meeresfische mit Artischocken und Tomaten im Bouillabaissesud (kleine Portion 9 €, große 19 €)

Mit Bioleks Empfehlungen

Als vor zweieinhalb Jahren das Restaurant am Ende des viele hundert Jahre alten Hafens im ersten Neubau des ehrgeizigen Veedel-Bau-Projekts eröffnete, betrachteten viele Kölner das Experiment mit gehöriger Distanz. Der Name des Küchenchefs, Steffen Kimming, weckte die Neugier der Kenner. Denn Kimming hat sein Handwerk in den bekannten Sterne-Schmieden „Tantris“ und bei Witzigmann gelernt. Bevor er sich im Rheinauhafen selbständig machte, leitete der Badener lange die Küche des „Alten Wartesaals“. TV-Koch-Plauderer und Hobby-Gastronom Alfred Biolek, der am Wartesaal beteiligt war, empfahl ihm den Sprung ans Südkai.

Jetzt ist Kimming Partner von Michael Zimmermann, dessen internationales Büro „KSP Engel und Zimmermann Architekten“ das zehngeschossige Gebäude entworfen hat und im Oktober 2004 eröffnete. KSP hat sechs Niederlassungen, baut u.a. in Peking, Shanghai, Russland und Dubai. In der Boomtown am Persischen Golf hat das deutsche Architekturbüro Palm Island entworfen, eine künstliche Insel-Landschaft mit Luxushotel, Villen, Shopping Malls und Marinas.

Steffen Kimmings Speisekarte verrät sowohl sein Können wie auch seinen Ehrgeiz, seinen Gästen nicht nur Altbekanntes vorzusetzen. So innovativ wie viele Gerichte sind auch die großen rhombischen Teller, auf denen die Gerichte appetitlich dekoriert sind. Der Koch sagt: „Einen Stern strebe ich nicht an. Ich will eine einfache und ehrliche Küche.“

Vom Dachgarten bis ins Siebengebirge

Die bietet er nicht nur im Restaurant. Zum Gastro-Komplex gehören auch mehrere Tagungsräume mit entsprechender Technik, ein Festsaal und last but not least der Dachgarten mit einer tollen Aussicht auf das Rheintal, die Eisenbahnbrücke, bis nach Rodenkirchen und ins Siebengebirge. Der Biergarten mit der großen Terrasse direkt am Rhein ist an schönen Sommertagen ein Magnet. „Wir haben viele Gesellschaften, die hier Meetings abhalten und dann natürlich auch unser kulinarisches Angebot nutzen. Häufig finden bei uns auch Hochzeiten statt,“ ergänzt Hakan Mutluay, der Leiter des Restaurants.


 

(Ulrich Gross)

  • Tags:
  • Kap am Südkai
  • Rheinauhafen
  • Veedel
  • Marienburg
  • Alfred Biolek

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Das Kap am Südkai - markanter Neubau im Rheinaufhafen
Bild Nr. 2 © Modern und ansprechend ist das Restaurant gestaltet
Bild Nr. 3 © Küchenchef und Teilhaber Steffen Kimming



 


Mehr zum Thema Top-Tipps: Restaurants & Co.:

 

Kommentar abgeben »


Kommentar abgeben:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)
 
Nach obenNach oben
business-on.de Köln-Bonn - Wirtschaft und Business der Region Köln und Bonn.
Infos aus Köln Bonn zu Unternehmen, Gewerbeparks, Existenzgründung, Wirtschaft, Steuern, Recht, Messen, Seminare, Finanzen, Restaurants, 2010 uvm.

© 2012 Business-on.de Christian Weis GmbH.  Alle Rechte vorbehalten.


CONTENT für Ihre Webseite RSS Feeds