16.01.2009  13:18 Uhr

Wirtschaftsclub Köln
Neujahrsempfang des Wirtschaftsclub Köln

Köln. "Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Gegenwart". Mit einem brasilianischen Sprichwort eröffnete Oberbürgermeister Fritz Schramma seine Neujahrsansprache im Wirtschaftsclub Köln. Wenn man noch ein paar Jahre für Köln arbeiten will, dann muss man auch Ziele haben, so der OB mit Blick auf die Kommunalwahl am 7. Juni 2009. Und die gehen über das Konjunktur-Paket II hinaus.

Zum Neujahrsempfang des Wirtschaftsclub Köln waren viele Mitglieder und zahlreiche Gäste ins Dom-Hotel gekommen. Rechtsanwalt Christian Kerner, langjähriger geschäftsführender Vorstand des Wirtschaftsclubs, eröffnete die Veranstaltung mit einem kurzen Rück- und Ausblick auf das Jahr 2009. Erfolgreichstes Event im alten Jahr war die Podiumsdiskussion "Oben Ohne – Mangelware Managerin", eine Runde mit und über Powerfrauen der entsprechenden Serie in Business-on.de. Der Wirtschaftsclub will das Thema weiter verfolgen. Breite Aufmerksamkeit erzielte die Verleihung des 1. Kölner Unternehmerpreises, der 2008 Friedhelm Neukirch, Geschäftsführer der Klosterfrau Melissengeist-Gruppe überreicht wurde. Die Ausschreibung für das laufende Jahr startet am 15. Januar, erstmals mit einer eigenen Homepage auf Business-on.de. Eine hochrangig besetzte Jury wird über den/die Sieger befinden. Die festliche Verleihung wird am 2. Juni 2009 statt finden. Die Kommunalwahl im Juni wird in Verbindung mit Themen zur Wirtschaftspolitik das Programmangebot prägen. "Den Standort stärken und mitgestalten", das ist und bleibt die Zielsetzung des Wirtschaftsclub, so Kerner.

Mehr Vertrauen nötig

Köln kann die Konjunkturkrise vielleicht besser meistern als andere Kommunen, so der OB in seiner anschließenden Neujahrsrede, denn die Stadt hat die Wirtschaftsstruktur, das Potenzial und die Tatkraft dazu. Mit der übertriebenen Schwarzmalerei werden falsche Zeichen gesetzt. Trotzdem gebe es kritische Punkte, über die man reden müsse. So kann es nicht angehen, dass soliden Kölner Unternehmen der Geldhahn von den Banken zugedreht werde. Mehr Vertrauen sei vonnöten.

Weiterhin Arbeitsplätze schaffen

Der Arbeitsmarkt in Köln habe sich in 2008 deutlich verbessert, aber 10,1 Prozent Arbeitslose seien immer noch zu viel. Deswegen wolle man sich weiter darauf konzentrieren, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Voraussetzungen sind gegeben. "Unsere Bürolandschaft ist Spitzenklasse", so Fritz Schramma. Die Stadt wird auch in 2009 auf den Real Estate-Messen in München und Cannes vertreten sein. Man hofft, damit neue Unternehmen mit neuen Arbeitzplätzen nach Köln zu locken.

Entscheidung über Mittel aus dem Konjunkturpaket II

v.l.n.r. Marc Kurtenbach, OB Fritz Schramma, Christian Kerner  , Copyright: Elke Schneider
v.l.n.r. Marc Kurtenbach, OB Fritz Schramma, Christian Kerner

Als Standort für Versicherungen nehme Köln abwechselnd Platz eins und kurzfristig mal Platz zwei in Deutschland ein. Dass das heute so ist, daran habe die Stadtverwaltung einen großen Anteil, so der OB, und erinnert an die Interventionen bei Allianz und Gerling. Im Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen, des Verkehrsgewerbe oder der Gesundheit hat die Zahl der Arbeitsplätze ebenfalls erfreulich zugenommen. Bei allen positiven Entwicklungen erfordere jedoch die Globalisierung eine permanente Anpassung an zukunftssichere Geschäftsfelder. In dem Stadtrat wurde gerade über die Verwendung der 17 Milliarden aus dem Konjunkturpaket II entschieden. Es werde vier Schwerpunkte geben: energiefreundliche Modernisierung städtischer Gebäude, Verbesserung der technischen Infrastruktur bei Brücken, Tunneln, etc., Schulsanierung und –modernisierung sowie barrierefreier Ausbau von Wegen und öffentlichen Einrichtungen.

Stadt für Talente

Er möchte zwar nicht markenprägend sein, betont der OB, aber als Slogan könnte er sich "Stadt für Talente" vorstellen. Denn Köln habe das Kreativpotenzial. Die Antwort auf die Frage, was uns die Zukunft bringen mag, muss lauten "das, was wir der Zukunft bringen. Wir wollen geschlossen und gemeinsam mit der Wirtschaft als Partner handeln".

Karnevalsorden des Oberbürgermeisters an Marc Kurtenbach und Christian Kerner

Auch der Präsident des Wirtschaftsclub Köln, Marc Kurtenbach, betonte in seiner Neujahrsrede, dass die Krise als Chance verstanden werden muss. "Wir können jetzt Ziele vorziehen und schneller nach vorne bringen". Er forderte die Politik auf, das Wahljahr nicht nur für Wahlkampfstrategien sondern in erster Linie für richtige, wegweisende Entscheidungen zu nutzen. Die Finanzkrise habe bereits vor vier Jahren begonnen. Aber erst jetzt werde offensichtlich, wie tiefgreifend die Bankenkrise tatsächlich ist. Es besteht, so Kurtenbach, eine hohe Bereitschaft, die Probleme jetzt seitens Politik, Zentralbank und Unternehmen ernsthaft anzupacken. Und das sei die Chance, dass 2009 ein Ausnahmejahr bleibt, frei nach dem Kölschen Spruch "Et hät noch immer jut gegangen". Mit der Verleihung des Karnevalsorden an den Präsidenten Marc Kurtenbach und den geschäftsführenden Vorstand Christian Kerner würdigte Fritz Schramma das erfolgreiche Engagement des Wirtschaftsclub Köln.


 

(Karin Bäck)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1, 2 © Elke Schneider



 


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