02.11.2011  13:10 Uhr

Römers Restaurant Report
Der 23. „Römer“ - Trend zu kleinen Portionen

Köln-Bonn. Immer mehr Kölner entdecken ihre Liebe zu Tapas und deren griechischen Schwestern Mezedes. Das stellten Eleonore und Joachim Römer bei ihren Testessen in den interessantesten Restaurant in Köln und Umgebung fest. Große Portionen auf großen Tellern sind out, kleine, raffinierte Köstlichkeiten, ungewohnte und überraschende Kompositionen angesagt.

Spanische Tapas gibt es schon länger in einigen Szene-Restaurants oder Bistro, gerne in der Südstadt, im Kwartier Lateng oder Ehrenfeld. Aber die neue griechische Gastro-Welle setzt sich mit innovativen Angebote endlich durch. Viele Jahre gab es „beim Griechen“ kaum mehr als Souvlaki, Gyros und Moussaka, meist lange weich gekocht und jenseits jeder Genuss-Kultur. Plötzlich melden sich die „Edel-Griechen“ eifern ehrgeizigen Italienern und Türken in Köln nach. „Elia“ in der Bachemer Straße offeriert anspruchsvolle Molekular-Küche. „Plomari“ am Sülzgürtel gehört ebenfalls wie die „Ouzeria“ am Brüsseler Platz zu den sympathischen Griechen, die lieber viele kleine Spezialitäten als wenige große, schwere Gerichte servieren.

16 Restaurants aus der Ausgabe 2010 fehlen in dem neuen Führer (Bachem Verlag). Große Namen der Szene wie „Capricon i Aries“, „Fischers Weingenuss und Tafelfreuden“, die „Isenburg“ oder auch „Loup de mer“ hinterlassen Lücken. Aber Römer hat auch 17 neue Empfehlungen quer durch das südliche Rheinland vom „Bernstein“ in Köln-Poll über das Bonner Grandhotel „Kameha“ bis zum „Sutorius“ in Königswinter in sein Buch aufgenommen..

Von Neuenahr bis Remscheid

Der neue Gastro-Führer reicht weit in der „Provinz“, beschreibt und lobt auch Restaurants in Remscheid („Concordia“), Gummersbach („Mühlenhelle“) oder Wermelskirchen („Landhaus Spatzenhof“). Westlich und südlich der Domstadt, also die Gegend um Bonn und Bad Neuenahr sowie die Gourmet-Kapitale Bergisch-Gladbach, werden gute Restaurants ja schon seit vielen Jahren ausführlich gewürdigt. In Refrath haben die Römers übrigens einen alten Bekannten aus der Weidengasse wieder gefunden: Enis Akisik, ehemals gefeierter Chef des „Bizim“ in Köln, steht wieder aktiv am Herd in seinem neuen “Kult“ nahe der KVB-Haltestelle.

In Zeiten des Internets fragt sich mancher Gourmet, ob er noch jedes Jahr einen Führer wie „Römers Restaurant Report“ kaufen muss. „Ich denke, dass jeder Kölner Haushalt einen Römer im Regal hat. Doch oft einen aus dem letzten Jahrtausend. Aber alte Römer machen traurig“, meint der Autor. Und weist darauf hin, dass sich im Internet jeder unkontrolliert über seine Erfahrungen austoben kann. Auch der Wirt, der anonym seinen Laden in den siebten Himmel jubelt, oder dessen Konkurrent, der mit vernichtender Kritik über den Nachbarn das eigene Süppchen kräftiger köcheln möchte.

Kölns 'feinste Zunge': Joachim Römer , Copyright: roemerpresse
Kölns "feinste Zunge": Joachim Römer

Wo kann man noch rauchen?

Eleonore und Joachim Römer kontrollieren als zahlende Gäste jährlich mehr als 200 Restaurants im Großraum Köln-Bonn nach objektiven Kriterien und mit der großen Erfahrung, die man sich halt in 23 Jahren so „anfuttern“ kann. Zumal Joachim Römer auch viele Jahre als professioneller und vertrauenswürdiger Tester für eine ganze Reihe von Print-Titeln geschrieben hat.

Ein weiterer Vorteil: fleißig haben die beiden „ihre“ Restaurants nach vielen Kriterien sortiert. So erfährt der Leser, wo er noch rauchen kann oder wo Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte barrierefreien Zugang finden. Sie können nachschlagen, welche samstags oder auch sonntags mittags geöffnet sind, auch wo man montags nicht hungrig und durstig vor verschlossener Tür steht. Und wer will all diese Statistiken und Übersichten online selbst austüfteln?

Den neue Report bietet auch Zweitnutzen: in jedem Buch gibt es auch eine App, die man nach dem Kauf über einen individuellen Freischalt-Code aktivieren kann. Jedes Buch hat auch eine kleine VIP-Card, mit der man in vielen beteiligten Restaurants kleine Aufmerksamkeiten erhält.


 

(Ulrich Gross)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1, 2 © roemerpresse



 


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