05.07.2006  

Guerilla Marketing
Sieg des "Guerillas" über die Werbung

Köln. Um seine Produkte auf den Markt und an den Mann zu bringen, beschreiten Unternehmen immer neuere und teilweise auch weit abgeschlagene Wege. Die Konkurrenz wird größer, die Verbraucher kritischer und das Geschäft deutlich härter. Im Kampf um Ab – und Umsatz wird der Ruf der Firmen lauter nach außergewöhnlichen, neuen und teils provokanten Ideen, um sich und ihr Produkt im Gedächtnis der Kunden zu verankern. Ein Wunsch, der besonders im Phänomen der sogenannten „Guerilla Marketingstrategie“ wiederzufinden ist.

Blick auf eine idyllische Vorstadtsiedlung, in einer Einfahrt steht ein Ford KA, glänzend in der Nachmittagssonne. Oben links im Bild sieht man eine Taube lauernd auf einem Ast sitzen. Sie erhebt sich und fliegt in Richtung KA – bevor sie jedoch auf dem Auto landen oder darüber fliegen kann, öffnet sich die Motorhaube des Wagens mit Schwung und katapultiert das Federvieh mit einem kräftigen Schlag in den Himmel...

Sicherlich erinnern sie sich noch an diese Werbung des Autokonzerns Ford, die vor einigen Jahren kurzzeitig zu sehen war. Ein Geniestreich von einer Werbung; denn selten löst eine Reklame derartige Emotionen bei den Zuschauern aus. Unmittelbar nach der Veröffentlichung beschwerten sich tausende von Tierschützern über diese „grausame“ Animation im Fernsehen und in Chatforen. Neben zahlreichen begeisterten Fans, entbrannte eine heftige Diskussion darüber, ob man eine solche Werbung überhaupt öffentlich ausstrahlen dürfte. Obwohl die Werbung bereits nach kurzer Zeit abgesetzt wurde, erreichte sie doch in diesen wenigen Wochen genau das, was sich das Management des Unternehmens erhofft hatte: Aufmerksamkeit und Wiedererkennungswert .

„Verbraucher wird mit Werbung bombadiert“

Immer häufiger setzen Unternehmen auf diese außergewöhnliche Werbestrategie, Guerilla Marketing genannt, die schon lange keine Modeerscheinung mehr ist. „Laut unterschiedlichen Studien wird der durchschnittliche Verbraucher heutzutage multimedial mit ca. 3.000 Werbebotschaften pro Woche regelrecht überflutet“, so die Feststellung der Marketing-Agentur „conceptbakery“, die mit Sitz in Köln und Los Angeles seinen Kunden bei der Umsetzung der passenden Marketingstrategie hilft . Diese Werbe-Masse führe dazu, dass sich der potenzielle Kunde anschließend nur an die wenigsten erinnern kann. „Und genau hier setzt Guerilla Marketing an“, erklärt Felix Holzapfel, der zusammen mit seinem Bruder Klaus Holzapfel 2002 die conceptbakery-Agentur gründete.

Eine Guerilla-Aktion charakterisiert sich, wie sein Namensgeber, durch ein überraschendes, impulsives Auftreten. Soll effizient, ansteckend, modern und idealerweise spektakulär sein. Solche Aktionen sind oft einmalig, wie das oben genannte Beispiel zeitlich begrenzt und wegen des „Aha“- Effekts nicht wiederholbar. „Im Gegensatz zu den meisten klassischen Ansätzen wird eine unkonventionelle Werbebotschaft nicht ignoriert, sondern bleibt in Erinnerung und schafft Gesprächsstoff innerhalb der anvisierten Zielgruppen - egal in welchem Medium!“, so Holzapfel.


 
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Felix Holzapfel Conceptbakery

 


 

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