Interview mit IHK-Chef Dr. Udo Siepmann
Düsseldorf und Köln müssen die Motoren
der Metropolregion Rheinland sein
Düsseldorf. Vor knapp einem Jahr hat sich die „IHK-Initiative Rheinland“ gegründet. In ihr haben sich fünf Industrie- und Handelskammern (Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln, Mittlerer Niederrhein), die rund 400.000 Unternehmen vertreten, zusammengefunden, um das Rheinland zusammenzuschmieden. Unter anderem soll eine einheitliche, gemeinsame Regionalplanung dazu beitragen, die „Metropolregion Rheinland“ in Gänze zu stärken. Über Wünsche und Forderungen, Ziele und Strategien der Initiative Rheinland sprach business-on mit dem Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, Dr. Udo Siepmann.
Bei der Begründung für die Notwendigkeit der Initiative Rheinland wird häufig auf die konkurrierende Region Ruhrgebiet verwiesen. Was hat das Ruhrgebiet, was das Rheinland nicht hat?
Udo Siepmann: Die Verantwortung für Regionalplanung im Ruhrgebiet liegt bislang in drei verschiedenen Regierungsbezirken – sie wird in Düsseldorf, Münster und Arnsberg gesteuert. Doch nun hat die Landespolitik das Ruhrgebiet mit einem besonderen Privileg ausgestattet: Der Regionalverband Ruhr, der ohnehin schon viele übergeordnete Aufgaben wahrnimmt, erhält ab dem Herbst 2009 die federführende Kompetenz für die Regionalplanung im Revier. Das ist ein weiterer Schub für die Metropolregion Ruhr. Und genau in diese Richtung zielt unsere IHK-Initiative für das Rheinland.
Metropolregion Ruhr? Nach offizieller politischer Lesart gibt es die Metropolregion Rhein-Ruhr als eines der großen europäischen Ballungszentren.
Udo Siepmann: Da hat die Realität längst anders entschieden. Spätestens nach dem Scheitern der gemeinsamen Olympiabewerbung von Rhein-Ruhr wurde klar: Das Revier will unter sich bleiben. Die Abgrenzung hat sich seitdem eher noch verstärkt. Der Regionalverband und der von Unternehmen getragene Initiativkreis Ruhrgebiet machen sich ganz eindeutig für die Metropolregion Ruhr stark. Wir sind der Meinung, dass wir im Wettbewerb der Regionen ganz bewusst die Metropolregion Rheinland als Gegengewicht entwickeln müssen.
Was soll und kann eine Metropolregion Rheinland leisten?
Udo Siepmann: Die gemeinsame Regionalplanung, über die Grenzen von Städten und Kreisen hinweg, ist ganz entscheidend. Hier werden – Stichwort: Bauleitplanung – die Weichen gestellt für Siedlungsentwicklung, Gewerbeflächen, Stadterneuerung und Verkehrsentwicklungen. Eine gemeinsame Wirtschaftsförderungspolitik stärkt die Region und ihre Gebietskörperschaften. So schön der Messestand Düsseldorfs auf der Immobilienmesse expo real auch sein mag: Im Vergleich zum Ausstellungsbeitrag der Metropolregion Ruhr wirkt der einzelstädtische Auftritt dann doch eher provinziell. Kultur- und Tourismusmarketing sind weitere Felder, die im Rheinland gemeinsam angegangen werden können. Zusammenarbeit stärkt nach innen – und spart Kosten; zugleich wird die Darstellung nach außen gewichtiger, auffälliger.
Fünf Kammerbezirke mit durchaus unterschiedlichem Zuschnitt – wie wollen Sie die unter einen Hut bekommen?
Udo Siepmann: Die Vertreter aller beteiligten IHK’s sind sich einig, dass Köln und Düsseldorf die Motoren der Entwicklung zur Metropolregion sein müssen. Nicht nur unter diesem Gesichtspunkt begrüßen und fördern wir den Regionalgipfel, den der Düsseldorfer Oberbürgermeister initiiert hat. Doch hat das gesamte Rheinland, wie es durch die fünf Kammerbezirke repräsentiert wird, eine Vielzahl gemeinsamer Stärken und Interessen. Denken Sie an die zahlreichen interessanten Branchen-Cluster in der Region.
Als ein Beispiel, das für viele steht, nenne ich den Bereich Automotive. In der Automobilproduktion haben wir die Standorte Köln (Ford) und Düsseldorf (Daimler); viele Zulieferfirmen sind im Oberbergischen oder im Kreis Mettmann angesiedelt; Aachen steuert die Forschungskompetenz in der Fertigungsautomatisierung bei. Oder nehmen Sie die Chemiebranche mit den starken Bereichen Pharma und Pflanzenschutz – hier agieren zahlreiche Unternehmen an vielen Standorten im Rheinland. Das Wirtschaftsleben funktioniert in der Arbeitsteilung und Zusammenarbeit längst über die Grenzen von Kammerbezirken und Gebietskörperschaften hinaus.
Wenn Sie Köln und Düsseldorf als die Motoren der Entwicklung nennen: Verharmlosen Sie dabei nicht die Konkurrenz der traditionellen Rivalen am Rhein?
Udo Siepmann: Bezogen auf die beiden Städte sollten wir nicht sofort mit den ganz schwierigen Themen beginnen. Hier gibt es zwei internationale Flughäfen und zwei internationale Messeplätze, die man nicht zwanghaft zusammenführen muss – auch wenn Arbeitsteilung auf dem einen oder anderen Feld denkbar ist. Aber in anderen Bereichen, beispielsweise in der Telekommunikation und im Mediensektor, funktionieren schon heute Arbeitsteilung und Kooperation zwischen den beiden Städten. Und auch gemeinsam mit den Nachbarregionen.
Wie offen ist die IHK-Initiative Rheinland für Neuzugänge? Oder ist sie sich mit dem jetzigen Zuschnitt genug?
Udo Siepmann: Zuerst einmal müssen wir die Arbeitsfähigkeit der Metropolregion Rheinland herstellen. Aber gewiss werden wir keine Tür zuschlagen. Ich halte es für durchaus vorstellbar, unsere Initiative für Nachbarregionen wie das Bergische Land zu öffnen. Auch mit der Metropolregion Ruhr wird es Kooperationen geben, wenn sie eine Win-win-Situation schaffen. Der Rhein-Ruhr-Express ist ein Beispiel für ein gemeinsames Interesse. Fach- und projektbezogen wird es darüber hinaus auch Kooperationen mit großen Unternehmen des Rheinlands geben können.
Die Initiative Rheinland ist knapp ein Jahr alt. Was hat sie bisher konkret getan und was sind die Etappenziele für die nahe Zukunft?
Udo Siepmann: Das „Verkehrsleitbild Rheinland“ und das „Konjunkturbarometer Rheinland“ sind erste gemeinsame Projekte, die bereits realisiert sind. Das nächste Konjunkturbarometer der Region wird im Oktober präsentiert. Eine gemeinsame Standortanalyse wird noch in diesem Jahr vorgelegt; die darin erarbeiteten Bestandsaufnahmen können durchaus die Basis für ein gemeinsames externes Marketing bilden.
Wir intensivieren den Austausch im Forschungsdialog Rheinland, bei dem auch der fachliche Transfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft gefördert wird. In Vorbereitung ist die Schaffung eines Pools von Energieeffizienzberatern der fünf Kammerbezirke. Die Berufsorientierungsveranstaltung „Berufe live Rheinland“, seit fünf Jahren eine gemeinsame Veranstaltung der IHK’s Köln und Düsseldorf, wird im Spätherbst erstmals von allen fünf Kammern ausgerichtet.
Eine wichtige Etappe ist aus unserer Sicht der bereits erwähnte Regionalgipfel, bei dem die fünf Kammern mit einem gemeinsamen Programm im Boot sitzen. Von diesem Gipfel erwarten wir einen Kompass für die Entwicklung der Region, die Intensivierung des Dialogs zwischen den Kommunen und auch zwischen Wirtschaft und Kommunen.
(Bernd Holzrichter führte das Interview)
Tags:- Metropolregion
- IHK-Iniative Rheinland
- Udo Siepmann
- IHK Aachen
- Köln
- Düsseldorf
- Regionalverband Ruhr
Zur Verantwortlichkeit eines faktischen Geschäftsführers einer GmbH
Strafrecht
Sponsoring — Imagegewinn durch Engagement
PR-Kolumne
Newsletter – Kundenbindung, Imagepflege und Vertriebsweg
PR-Kolumne
100 Tage CEO im Kölner Rathaus – Teil 2
Jürgen Roters
100 Tage CEO im Kölner Rathaus – Teil 1
OB Jürgen Roters
Interview mit Martin Müller, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure
„Ein künstlerischer Zutatenmix“
It’s a women’s world: Interview mit Eventmanagerin Isabella Yvonne Gabor
Weibliche Kommunikationsplattform
Interview mit Marc Ziegler: Wir wollen Zukunft gestalten
Mediencluster NRW
business-on.de verlost 5 x 2 Karten für den GmbH-Geschäftsführer-Tag in Köln (20. April 2010)
» Ihre Pressemeldung
Sie sind ein in der Region Köln-Bonn ansässiges Unternehmen oder haben Meldungen aus der Region? Wir freuen uns über Ihre Pressemeldungen.
Nehmen Sie uns gerne in Ihren Verteiler mit auf und schicken Sie Ihre Pressemitteilungen an uns: redaktion@business-on.de
» Ihre Eventfotos
Ob Messe, Seminar, Netzwerktreffen oder Tag der offenen Tür. Schicken Sie uns die Bilder Ihrer Veranstaltung. Wir veröffentlichen diese kostenlos auf koeln-bonn.business-on.de.
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf:
redaktion@business-on.de
» Ihr Video
Haben Sie ein Video von Ihrem Unternehmen, von Ihrem Stand auf einer Messe, ein Interview oder ähnliches? Dann senden Sie uns Ihr Video zu. Wir veröffentlichen es gerne auf koeln-bonn.business-on.de.
Weitere Informationen, z.B. zur Dateiübersendung:
redaktion@business-on.de
» Ihre Termine
Veröffentlichen Sie schnell und kostenlos Ihre Termine wie z.B. Tag der offenen Tür, Ausstellungen, Tagungen & Konferenzen, Vorträge, Jubiläen und vieles mehr auf koeln-bonn.business-on.de.
Klicken Sie einfach oben im Terminkalender auf "Neuen Termin eintragen" und füllen Sie die entsprechenden Felder aus:
» Terminkalender aufrufen
» Ihr Unternehmensportrait 
- Ausführliche redaktionelle Vorstellung Ihres Unternehmens auf dem Wirtschaftsportal Ihrer Region
- Fotos von Geschäftsführung, Vorstand, Produkten, Firmengebäude o. ä.
- Integration Ihres Firmenvideos, falls vorhanden
- Bereitstellung Ihrer Imagebroschüre/Produktbroschüre zum Download für interessierte Leser
- Veröffentlichung sämtlicher Kontaktdaten für Direktanfragen der Leser
- Veröffentlichung Ihrer Termine (Hausmessen, Tag der offenen Tür, Jubiläen)
- Verlinkung Ihrer Unternehmens-Website
Ihr Ansprechpartner für Fragen und Buchungen:
Dietmar Güss
Tel: +49 (0) 2263 / 92 90 56-0
» B2B Werbung
business-on.de ist das stark wachsende tagesaktuelle Online-Wirtschaftsmagazin der Region. Wir bieten Ihnen das ideale Umfeld für Ihre Werbung, wenn Sie gezielt und messbar
Unternehmer, Freiberufler, Selbstständige, Fach- und Führungskräfte und Interessenten in Ihrer Region ansprechen möchten.
Ihr Ansprechpartner für regionale Werbeanfragen:
Dietmar Güss
Tel: +49 (0) 2263 / 92 90 56-0
Fragen zu überregionaler Werbung beantwortet Ihnen unser Partner businessAD.
Unsere Mediadaten finden Sie hier.
» Kontakt aufnehmen
Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen oder vermissen Sie etwas? Gerne steht Ihnen unsere Redaktion telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung:
Tel: +49 (0) 2263 / 92 90 56-0
E-Mail: redaktion@business-on.de
» Kontaktformular
» Weitere business-on.de Portale
Aktuell finden Sie business-on.de in 12 Regionen in Deutschland: Köln/Bonn, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München, Mittelfranken, Niedersachsen-Ost, Ostwestfalen-Lippe, Rhein-Main, Ruhr, Südbaden, Stuttgart und Weser-Ems.
Laufend kommen weitere Standorte in Deutschland hinzu.
Die lokale Berichterstattung und Pflege der Portale erfolgt jeweils durch einen Partner vor Ort.
Ihre Ansprechpartner finden Sie unter dem Punkt "Impressum" der jeweiligen Region.
» business-on.de Partner werden
Wir sind ständig auf der Suche nach nützlichen Inhalten für unsere Leser, Medien- und Sponsorpartnerschaften und vielem mehr.
Außerdem suchen wir noch Lizenzpartner, die folgende Regionen wirtschaftlich selbständig betreuen:
- Aachen/Euregio
- Augsburg/Schwaben
- Mecklenburg-Vorpommern
- Nordhessen
- Rheinland-Pfalz
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
- Westfalen
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf:
redaktion@business-on.de
» Meldung kommentieren
Ihre Meinung ist gefragt! Deshalb bieten wir Ihnen unter jedem Artikel die Möglichkeit, Ihren Kommentar abzugeben und zu diskutieren.
» Immer Up2Date bleiben
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7

- Der Online-Pressebereich
- Der Presseverteiler
- Der Pressekontakt
- Das Sponsoring
- Die Pressemitteilung
- Themenfindung für PR
- Messekommunikation
- Online Reputation Management
- PR-Materialien
- Die Pressemappe
- Die Evaluation
- Zusammenarbeit mit PR-Agenturen
- Themenpläne
- Webseitentexte
- Newsletter
- Kostenlose Presseportale
- So wird Ihre Veranstaltung ein Erfolg
- Suchmaschinenoptimierung durch Online-PR
- Interne Kommunikation - ein Schlüssel zum Erfolg
- Die Pressekonferenz – klassisch und/oder online?
- Soziale Netzwerke
- Corporate Blogs
- Kunden-Kommunikation via E-Mail
- Wissen teilen – und davon profitieren
- Krisenkommunikation
- urlaubs
anspruch bei eu- rente und fristenD
ich bin seit juli 2008 unheilbar an einem gehirntumor erkrankt. seit dem war ich bis 05.o1.201#0...# - ergobag: Rucksack statt Ranzen
mir tun die kinder auch immer leid, wenn sie mit den großen ranzen am straßenrand zur schule gehen..teilweise... - Frauen werden in unserer Gesellschaft gepampert wie Kinder
Frauen leben heute im Schnitt sechs bis sieben Jahre länger als Männer.... - Wann muss ich neuen Arbeitgeber mittl., das ich in Kur fahr
Hallo, ich möchte bzw. muss meinen Arbeitgeber wechseln und habe bereits... - Tantramassage auch für Paare
habe ich letzte Woche erlebt und es war himmlisch. Vor kurzem hat der Focus noch über Ananda berichtet,...
Als Startseite





- Wirtschaft und Business der Region Köln und Bonn.