Restaurant
Vapiano Köln — Frische Speisen zum kleinen Preis

Köln. Köln hat einen weiteren Systemgastronom. Vapiano (auf deutsch: er geht sachte/ruhig) heißt das neue Gastro-Konzept, das ab sofort im Erdgeschoss der neu errichteten Constantin Höfe geöffnet hat. Zwar läuft der Innenausbau an den Constantin Höfen noch auf vollen Touren. Nicht in allen Etagen des fünfgeschossigen Gewerbebaus brennt schon Licht.

Auch die Constantinstraße, die das Ensemble von Süden her erschließt, ist noch für den Autoverkehr noch nicht komplett freigegeben. Trotzdem hoffen die Inhaber auf ein gutes Anfangsgeschäft. Auf rund 630 Quadratmeter, davon rund 450 Quadratmeter reine Gastronomiefläche, werden die Gäste eingeladen, „interaktiv mitzukochen“, wie Vapiano-Miteigentümer Kent Hahne bei der Eröffnung erklärte.

Neuer konzeptioneller Ansatz der Systemgastronomie

Das Konzept der vier Gesellschafter ist denkbar einfach. Alle Waren im Angebot werden frisch und eigens hergestellt. Das gilt insbesondere für die Pasta. Durch eine strenge Zeitvorgabe (3 Minuten für Pasta, 5 bis 6 Minuten für Pizzagerichte) sollen die Verweilzeiten der Kunden entscheidend verringert werden. An einer eigens dafür eingerichteten Küchentheke können Gäste aus 9 verschiedenen Pastasorten und 20 unterschiedlichen Beilagen und Zutaten ihr individuelles Gericht zusammenstellen. „Front cooking“ nennen das die Verantwortlichen. An Tischen aus Naturholz und auf Hockern mit Schuhlederüberzug können es sich die Freunde mediterraner Kochkunst dann bequem machen. Als besonderes Extra stehen auf jedem Tisch neben dem obligatorischen Set aus Pfeffer/Salz und Essig/Öl noch ein kleiner Kräutergarten aus der hauseigenen Züchtung. Der „echte“ Olivenbaum ist ebenfalls Teil des Gesamtkonzepts. Eine mit edlen Ledersesseln ausgestattete „lounge“ lädt nach dem Verzehr zum Verweilen ein.

Ein Blick in die Küche des Vapiano in Köln, Copyright: Ein Blick in die Küche des Vapiano in Köln
Ein Blick in die Küche des Vapiano in Köln

„Wir wollen den Gästen nicht das Gefühl geben, dass wir sie vertreiben wollen“, erläutert Hahne. Zwar kalkulieren die Systemgastronomen nur rund 20 bis 30 Minuten für den Verzehr, ein Aufenthalt im Vapiano kann aber gerne auch mal 2 oder mehr Stunden dauern, wie die Verantwortlichen aus den anderen Standorten wissen. Die Preise für warme Gerichte sind in vier Preisklassen zwischen 5 und 8,50 Euro (ohne extra Zutaten) eingeteilt, auch Salatgerichte bewegen sich deutlich unterhalb der 10 Euro-Grenze. Wer mehr Geld ausgeben will, muss sich schon einen guten Tropfen von der Weinkarte bestellen. Hier gibt es die Flasche für bis zu 30 Euro. Bezahlt wird mit einer Chipkarte, wenn der Gast das Lokal wieder verlässt. Für Hahne ist der Bezahlvorgang zumeist ein „positiver Schock“, da Gäste selten mehr als 20 Euro für ein komplettes Menü mit Getränken bezahlen. Einziges Manko: Kölsch kann man derzeit im Vapiano nicht bestellen. Das könnte sich aber bald ändern. „Wir werden auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren“, so Hahne.

Vapiano expandiert kräftig

Die Vapiano AG mit Sitz in Bonn wurde erst im Jahr 2002 gegründet. Nach der Eröffnung des ersten Lokals in Hamburg, dauerte es jedoch knapp zwei Jahre, bis weitere Filialen dazukamen. Ab Ende 2004 legten die Initiatoren jedoch richtig zu. Inzwischen gibt es – Köln mit eingerechnet – 13 Niederlassungen. Das Geschäftskonzept lässt dabei verschiedene Varianten zu, Franchisenehmer oder Lizenzpartner. Vapiano betreibt aber auch Lokale in eigener Regie. Derzeit zieht das Unternehmen, das in Deutschland derzeit rund 740 Mitarbeiter beschäftigt, gerade in das umgebaute Büroobjekt „Erich-Ollenhauer-Haus“ in Bonn um. Dort gibt es im Erdgeschoss ein Vapiano-Lokal im Eigenbetrieb mit Schulungs- und Küchenräumen, in denen u.a. neue lukullische Kreationen entwickelt werden sollen.

„Im Gegensatz zu den meisten anderen Systemgastronomen beträgt der Anteil der Festangestellten in unseren Betrieben rund zwei Drittel“, erklärte Vapiano-Geschäftsführer Mirko Silz. Nach 10,5 Millionen Euro Umsatz will die AG alleine in Deutschland den Umsatz im laufenden Jahr auf 22,3 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Zum Ertrag machten die Verantwortlichen zwar keine konkreten Angaben, es scheint jedoch dafür zu reichen, den Expansionskurs bis Ende 2007 noch deutlich zu beschleunigen. 50 bis 60 Filialen soll es dann geben, so Silz weiter. Neben dem Hauptmarkt Deutschland betreibt das Unternehmen bereits heute eine Niederlassung in Belgien (Antwerpen). Noch in diesem Jahren sollen Den Haag (Niederlande) sowie gleich drei in den USA (alle in Washington) hinzukommen. Im nächsten Jahr sind Ungarn (Budapest), die Schweiz und Dubai an der Reihe. Auch in Köln soll der neue Vapiano in den Constantin Höfen nicht der einzige bleiben. Konkrete Angaben zum Standort wollte Silz nicht machen, aber eine weitere Filiale in Köln ist in Planung.

Trotz hoher Fixkosten und niedriger Preise will man auch in Köln wirtschaftlich arbeiten. Dafür soll neben den kurzen Durchlaufzeiten der Gäste vor allem strenges und zentrales Controlling der Zulieferer sowie der hohe Anteil selbst hergestellter Lebensmittel sorgen. Pro Niederlassung erzielten die Vapiano-Filialen im Durchschnitt einen Jahresumsatz zwischen 850.000 Euro bis 1,2 Millionen Euro. In der neu eröffneten Filiale finden 114 Gäste Platz, zusätzlich gibt es rund 80 Plätze in der Außengastronomie. Der Ausbau samt Einrichtung des neuen Speiselokals kostete den Betreiber rund 1,2 Millionen Euro.


 

(Ralph Kruppa)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Vapiano Eröffnung in Köln
Bild Nr. 2 © Ein Blick in die Küche des Vapiano in Köln



 


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5 Kommentare »

18.03.07 13:40 Uhr
Nike Krämer
Vapiano Restaurant Besuch
Waren gestern abend bei Vapiano essen nach dem wir den Artikel hier gelesen haben. Das Essen war vorzüglich. Wir hatten einmal eine Pizza Crudo (Parmaschinken, Parmesan) und eine Pizza Bruschetta die beide absolut Top waren. Wir werden jederzeit gerne wieder zu Vapiano essen gehen. Danke für den Tipp!!!
NK
04.04.07 13:09 Uhr
Tim35
ganz ok
Mir schmecken alle Speisen im Vapiano Köln super!
Nur finde ich das Konzept etwas irritierend:
Wieso muss ich mich selbst bedienen? Wieso muss ich mich mit anderen Leuten an einen Tisch setzen? In der Mittagspause ist das ja voll OK! Kenne das aus unserer Kantine nicht anders. Aber wieso wirkt sich der Self Service nicht auf die Preise aus? Da müsste das essen ja etwas günstiger werden!
11.12.08 21:15 Uhr
VIAN
ALLES SUPER
Waren gestern im Vapiano und fand en das Essen und das Konzept an sich super, vorallem hat mir die lebhafte Atmosphere gefallen, in anderen Restaurant kann man sich nur leise unterhalten, aber hier hat man sich wirklich wohl gefühlt. Die Preise fand ich auch nicht überteuert. Also, ich würd jederzeit wieder dort essen und habe es auch schon weiterempfohlen. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist das man bei der Zubereitung der Gerichte mitreden konnte und das was man nicht mochte weglassen konnte.
12.12.08 09:43 Uhr
Keil
Geruch
Ich gehe auch häufig ins Vapiano! Das was mir aber am Kölner Vapiano auffällt ist hervorgerufen durch den Schnitt der Räume und die daraus resultierende teilweise Sitzplatznähe zu den Küchen, der starke Essensgeruch. Man kommt nach hause und nebelt alle ein mit Pizza und Pastageruch ein. Sonst gefällt mir das Vapiano in Köln gut. Im Vapiano in Bonn wird aber anders gewürzt.
28.09.09 16:36 Uhr
TomTanNoLa
Ich war auch im Vapiano essen. (Es wurde uns von einem Bekannten empfohlen.) Als wir eintraten, stieg einem schon dieser herrliche Duft von Gewürzen in die Nase!
Als Vorspeise Bruscetta danach Nudeln Pesto, l' arrabiata, ... HERRLICH!
TOP freundliches Personal, Super Auswahl, ...
Ich werde Stammkunde!
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